E-Commerce
Mit einer großen Kampagne 2020 konnte Shopify aufgrund der Corona Pandemie seine Marktanteile im DACH-Raum stark erhöhen. Aber wie sieht die Lage für Online-Shop Betreiber in der Realität aus?
Markenpsychologie
Warum Rebrandings, Neustrukturierungen und digitale Transformationen oft genau das zerstören, was Marken stark gemacht hat

Im Jahr 2020 startete Shopify eine internationale Marketingkampagne mit dem zentralen Versprechen, den Einstieg in den E-Commerce für nahezu jede Person zu vereinfachen. Die Botschaft war eindeutig: Mit wenigen Klicks, einem vorgefertigten Template und standardisierten Prozessen lasse sich kurzfristig ein profitabler Online-Shop aufbauen.
Heute existieren allein im DACH-Raum über 120.000 Shopify-Shops. Branchenschätzungen zufolge erzielen jedoch 90–95 % dieser Shops keinen nennenswerten oder nachhaltigen Umsatz. Aus Sicht erfahrener E-Commerce-Verantwortlicher war diese Entwicklung absehbar. E-Commerce ist kein niedrigschwelliges Geschäftsmodell, und Kaufentscheidungen entstehen nicht durch Design oder technische Verfügbarkeit allein. Zwischen dem kommunizierten Marketingversprechen und der wirtschaftlichen Realität vieler Shopbetreiberinnen und Shopbetreiber klafft eine erhebliche Lücke.
In der Praxis zeigt sich häufig bereits bei einer ersten Analyse, dass zahlreiche Shops ohne hohe Besucherzahlen keine ausreichenden Umsätze erzielen können. Ein zentrales Problem besteht darin, dass grundlegende kaufentscheidende Faktoren nicht verstanden oder nicht konsequent umgesetzt werden. Parallel dazu hat sich ein intensiver Preiskampf entwickelt, verstärkt durch finanzstarke Marktteilnehmer sowie internationale Plattformen mit extrem niedrigen Produktions- und Vertriebskosten. Der Markt für physische Konsumgüter ist weitgehend gesättigt. Kundinnen und Kunden sind mit einer hohen Angebotsdichte konfrontiert, während wirtschaftliche Unsicherheiten die Kaufbereitschaft zusätzlich reduzieren. In diesem Umfeld reicht ein funktionaler Online-Shop nicht aus, um wirtschaftlich tragfähig zu sein.
Bereits in frühen E-Commerce-Projekten zeigte sich, dass der direkte Einstieg über einen klassischen Shop selten zu stabilen Conversions führt. Erfolgreiche Modelle setzen stattdessen auf eine vorgelagerte Nutzerführung, klare Angebotsfokussierung und bewusst reduzierte Auswahl. Ziel ist es, Entscheidungsprozesse zu vereinfachen und Kaufimpulse gezielt auszulösen. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich Conversion Rates erzielen, die signifikant über dem Marktdurchschnitt liegen (bis zu 10% Conversionrate). Der wirtschaftliche Erfolg im E-Commerce wird von einer Vielzahl von Variablen bestimmt. Die Wahl des Shop-Systems spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind Performance, Ladezeiten, Suchmaschinenfreundlichkeit sowie eine konsistente, logisch aufgebaute Nutzerführung. Umfangreiche Systemfunktionen können – insbesondere im europäischen Markt – auch nachteilig wirken.
Ein Online-Shop generiert Umsatz nicht aufgrund seiner Ästhetik, sondern aufgrund seiner Fähigkeit, Kaufentscheidungen systematisch zu unterstützen. Eine durchdachte Customer Journey, verlässlicher Kundenservice und automatisierte Nurturing-Prozesse werden künftig maßgeblich darüber entscheiden, ob Geschäftsmodelle skalierbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Im Klartext bedeutet das: Wer heute einen Online-Shop aufsetzt, ein ansprechendes Design erstellt und hochwertige Texte verwendet, wird ohne kontinuierlichen Werbedruck keinen stabilen Umsatz erzielen. Berücksichtigt man zusätzlich hohe Einkaufs- und Logistikkosten, Retourenquoten, Zeitaufwand sowie Personalbedarf, wird deutlich, dass viele Shops unter den aktuellen Marktbedingungen strukturell nicht überlebensfähig sind.
Branchenschätzungen zufolge werden 90–95 % aller Online-Shops innerhalb weniger Jahre wieder geschlossen. Dieses Risiko lässt sich reduzieren, wenn Geschäftsmodelle von Beginn an strategisch aufgebaut werden und alle relevanten Bausteine – von Verkaufspsychologie über Nutzerführung bis hin zu Kostenstruktur und Skalierbarkeit – ineinandergreifen.
Wenn Sie die Conversion Rate Ihres Online-Shops gezielt verbessern möchten, vereinbaren Sie einen Termin für eine strategische Beratung.

"Wer heute noch auf die klassische Struktur eines Online-Shops (viel Angebot, schicke Bilder) setzt und verkaufspsychologische Bausteine nicht bewusst nutzt, wird ohne ständig steigendes Werbebudget einen zunehmend sinkenden Umsatz verkraften müssen."
Nina Bednarz (M.A.) - EP-Businessconsult
Das niedrige Absatzvolumen vieler Online-Shop Betreiber steht häufig zunächst im Widerspruch zum stetig wachsenden Umsatz im Online-Handel. Jedoch muss man dies differenziert betrachten: Im Online-Handel profitieren vor allem bereits etablierte Marken, die günstige Einkaufspreise erhalten, so wie sehr geringe Kosten für Versand und Retoure tragen. Sie erhöhen ihr Werbebudget und erzielen sofort Mehrgewinn. Für kleinere Händler kommt es aber darauf an, dass ihre Strukturen optimiert sind. Shopify selbst verkauft seine Software da sie sie als "kinderleichte" Spielerei, die hohe Geldeinnahmen generiert, bewerben. Das löst positive Emotionen und Hoffnung auf hohe Umsatze aus.
Sind Sie kein Global Player, ist das Vertrauen in Ihren Online-Shop in der Regel noch nicht etabliert. In der Folge erzielen viele Shops nur geringe oder gar keine Umsätze, da ein zentraler, unbewusster psychologischer Trigger fehlt, über den etablierte Marken bereits verfügen.
Entscheidend ist daher zunächst der gezielte Aufbau eines Kundenstamms. Diese Kundinnen und Kunden müssen zu Multiplikatoren werden, damit sich Ihre Marke im Bewusstsein Ihrer Zielgruppe verankert. Erst durch diese Markierung entsteht Vertrauen.
Als nicht-etablierte Marke sind Sie folglich darauf angewiesen, andere strategische Bausteine zu nutzen als internationale Marktführer. Die Customer Journey muss so konzipiert sein, dass der Kaufabschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgt.
Im nächsten Schritt wird die Nurturing Journey zum entscheidenden Faktor: Welche Erfahrungen machen Ihre Kundinnen und Kunden nach dem Kauf – und welche Emotionen verknüpfen sie langfristig mit Ihrer Marke?



EP-Businessconsult begleitet Unternehmen und Konzerne bei der Entwicklung langfristig tragfähiger digitaler Marketingstrategien. Wir analysieren bestehende Markenframes, Zielgruppenstrukturen und Marktmechanismen im Detail und entwickeln darauf aufbauend konsistente Funnel-, Content- und Automatisierungsstrategien.
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die Vermittlung verkaufspsychologischer Zusammenhänge. Unser Anspruch ist es, Organisationen in die Lage zu versetzen, Marken- und Marketingentscheidungen auch zukünftig fundiert, strategisch und zielgruppenkongruent zu treffen – für nachhaltigen Markterfolg statt kurzfristiger Effekte.
Denn alles hängt miteinander zusammen.
ÜBER DIE AUTORIN

Nina Bednarz (M.A) | Sociologist | Businessconsultant | Digital Expert
Nina Bednarz ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin. 2014 gründete sie ihr erstes E-Commerce-Unternehmen über Social Media und entwickelte ihre Marke zu einem sechsstelligen Unternehmen im DACH-Raum. Heute unterstützt sie Unternehmen dabei, digitale Marketingstrategien zu optimieren, Verkaufspsychologie gezielt einzusetzen und interne Strukturen effizient zu gestalten. Sie schreibt gerne. Und deswegen gibt es diesen Blog.
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